Die Polizei hat am frühen Sonntagmorgen in Lissabon ein Protestlager auf dem Rossio-Platz geräumt. Die Einsatzkräfte gingen dabei gegen Hunderte Demonstranten vor, wobei auch Schlagstöcke zum Einsatz kamen. Das Zeltlager, das über 50 Zelte umfasste, war als Protest gegen die akute Wohnungsnot und ein geplantes Gesetz der Regierung errichtet worden.

Im Zentrum des Konflikts steht ein Gesetzentwurf der Mitte-rechts-geführten Regierung. Die Demonstrierenden fordern die Rücknahme der Pläne, die eine Aufhebung der Mietpreisbremse für neue Verträge vorsehen. Zudem sieht der Entwurf vor, Räumungen von Wohnobjekten zu erleichtern, was die Protestwellen am vorangegangenen Samstag befeuert hatte.

Portugal befindet sich derzeit in einer der schwersten Wohnungskrisen innerhalb Europas. Besonders junge Menschen sind von der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt betroffen. Die wirtschaftliche Belastung ist massiv, da sich die Immobilienpreise im Land seit dem Jahr 2017 mehr als verdoppelt haben.

Die Situation in der Hauptstadt spiegelt die soziale Spannung wider, die durch die steigenden Kosten verursacht wird. Tausende Menschen hatten bereits am Samstag gegen die Pläne der Regierung demonstriert. Die Räumung des Lagers markiert die jüngste Eskalation in dem Streit um den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum.