Die Stadt Kriens hat mit dem Inkrafttreten ihres neuen Wohnbaureglements Maßnahmen ergriffen, um den extrem angespannten lokalen Wohnungsmarkt zu entlasten. Angesichts einer Leerwohnungsziffer von lediglich 0,51 Prozent zielt die Stadt darauf ab, günstigen Wohnraum zu fördern und bestehende Mietobjekte zu schützen. Das Reglement dient als gesetzliche Basis, um die Marktentwicklung präzise zu verfolgen und bei Bedarf gezielt einzugreifen.

Ein zentraler Aspekt der neuen Verordnung betrifft Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb. Während solche Vermietungen weiterhin erlaubt bleiben, ist nun eine Bewilligung erforderlich, sofern eine Wohnung oder ein Zimmer für mehr als 90 Nächte pro Kalenderjahr vermietet wird. Die Stadtverwaltung möchte damit gewerbliche Kurzzeitvermietungen verhindern und die Ausbreitung dieser Angebote besser kontrollieren können.

Zusätzlich werden die Anforderungen an Eigentümer bei größeren Umbauten von Mietwohnungen verschärft. Wenn solche Maßnahmen zu höheren Mieten führen, müssen bei bestimmten Baugesuchen die aktuellen sowie die geplanten Mietzinsen offengelegt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind energetische Sanierungen sowie Grundstücke mit weniger als zehn Wohneinheiten, um die Auswirkungen von Umbauten auf die Mietpreise transparenter zu machen.

Um die langfristige Stabilität zu gewährleisten, führt Kriens ein alle zwei Jahre stattfindendes Wohnbau- und Wohnungsmarktmonitoring ein. Dabei wird insbesondere ein Zielwert von mindestens zehn Prozent für gemeinnützigen Wohnraum im Stadtgebiet angestrebt. Sollte dieser Schwellenwert nicht erreicht werden, wird bei großen Bauprojekten ein bestimmter Anteil an gemeinnützigem Wohnraum obligatorisch vorgeschrieben.

Das Reglement entstand als Gegenvorschlag zur Initiative der SP und der Grünen, die eine Unterstellung unter ein kantonales Wohngesetz aus den 1990er-Jahren gefordert hatten. Stadtrat Maurus Frey (Grüne) betonte in einer Mitteilung, dass das Parlament damit die Grundlagen geschaffen habe, um dort zu handeln, wo es notwendig wird. Das Initiativkomitee zog seine ursprüngliche Forderung zurück, da es das neue Reglement als wesentliche Verbesserung ansieht.