Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente hat seinen Rücktritt angekündigt. Diese Entscheidung folgt auf ein schweres Zugunglück am 28. Oktober, bei dem 69 Menschen ums Leben kamen. Puente erklärte vor Parlamentsabgeordneten, dass ein Verkehrsminister in einem Land wie Spanien nach zwei so schweren Unfällen in weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben könne.
Bereits im Januar war es in Spanien zu einem weiteren schweren Zugunglück gekommen, bei dem 45 Menschen starben. In der vergangenen Woche forderten mehrere Parteien Puente aufgrund dieser Ereignisse zum Rücktritt auf. Zunächst hatte er dies noch ausgeschlossen und am vergangenen Freitag betont, seine Aufgabe bestehe darin, die Vorfälle aufzuklären.
Neben seinem Rücktritt als Minister hat Puente angekündigt, bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 29. November nicht mehr zu kandidieren. Ein konkretes Datum für die endgültige Abgabe seines Amtes nannte er bisher nicht. Der politische Druck auf den Minister war nach den Tragödien massiv gestiegen.
Der Rücktritt ist auch deshalb von Bedeutung, da Puente als einer der wichtigsten Vertrauten des spanischen Premierministers Pedro Sánchez gilt. Mit dem Verzicht auf die Kandidatur bei der anstehenden Wahl zieht er weitreichende Konsequenzen aus den Sicherheitsmängeln im Schienennetz.


