Das Beschäftigungswachstum im Kanton Luzern hat im Jahr 2024 eine signifikante Abkühlung erfahren. Laut einer Medienmitteilung von Lustat Statistik Luzern stieg die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) lediglich um 1.065 auf insgesamt 205.335 an. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 0,5 Prozent, was einen deutlichen Rückgang gegenüber 1,9 Prozent im Jahr 2023 und 3,5 Prozent im Jahr 2022 markiert.

Die Dynamik des Arbeitsmarktes verteilt sich stark ungleichmäßig über die verschiedenen Sektoren. Während der Dienstleistungssektor ein Plus von 1.788 VZÄ beisteuerte, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent entspricht, verzeichnete die Industrie einen Verlust von 621 VZÄ. In der Landwirtschaft gingen zudem 102 Stellen verloren. Besonders deutlich war der Rückgang in der Herstellung von Waren mit einem Minus von 831 VZÄ.

Trotz der Verluste bleibt die Herstellung von Waren mit 31.954 VZÄ der beschäftigungsstärkste Sektor des Kantons. Es folgen das Gesundheits- und Sozialwesen mit 27.421 VZÄ sowie der Bereich Handel und Motorfahrzeuge mit 27.275 VZÄ. Letztere verzeichneten jedoch ebenfalls Beschäftigungsrückgänge, während das Gesundheits- und Sozialwesen mit 792 zusätzlichen VZÄ am stärksten wuchs.

Strukturell wird die Luzerner Wirtschaft massiv von kleinen Einheiten getragen. Von den 30.919 marktwirtschaftlichen Unternehmen sind 98,8 Prozent kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, wobei 86,9 Prozent als Mikrounternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern eingestuft werden. Dennoch arbeiten 31,4 Prozent aller Beschäftigten in Grossunternehmen. Zudem zeigt sich ein Trend bei der Geschlechterverteilung: Das Beschäftigungsvolumen der Frauen stieg seit 2011 stärker als das der Männer, mit einem Frauenanteil von 79 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2024.