Trotz einer neuen Mehrheitsverteilung im US-Kongress bleibt der Handlungsspielraum von Präsident Trump durch seine verfassungsrechtlichen Befugnisse weitgehend gewahrt. Zwar kontrolliert der Kongress das Budget, doch der Präsident kann gegen entsprechende Beschlüsse sein Vetorecht einlegen. Um ein solches Veto zu überstimmen, ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern erforderlich, was ohne die Unterstützung republikanischer Abgeordneter faktisch kaum realisierbar ist.

Ein wesentliches Instrument der Exekutive sind die sogenannten "Executive Orders". Mit diesen Verordnungen kann Trump Regierungsbehörden direkte Weisungen erteilen, etwa um Umweltvorschriften der EPA zu lockern oder zu deregulieren. Die Budgethoheit des Kongresses reicht in der Regel nicht aus, um solche administrativen Entscheidungen effektiv aufzuheben, was Trump eine erhebliche Macht über die regulatorische Landschaft sichert.

Hinsichtlich der Finanzierung eines Krieges im Iran ist die Kontrolle des Kongresses ebenfalls begrenzt. Jeffrey Toobin vom Center for the Political Future erinnert an Präzedenzfälle wie die Bombardierung Kambodschas oder die Contra-Hilfen unter Reagan, doch George W. Bush zeigte 2006, dass ein Präsident trotz demokratischer Mehrheiten Truppen entsenden kann. Da bereits bewilligte Mittel des massiven Pentagon-Budgets intern umgeschichtet werden können, bleibt eine effektive Unterbindung der Kriegskosten schwierig.

Zudem stoßen parlamentarische Untersuchungen oft an rechtliche Grenzen. Ab dem 3. Januar 2027 könnten demokratisch geführte Ausschüsse zwar Zeugen einladen und Dokumente anfordern, doch Erfahrungen aus Trumps erster Amtszeit zeigen, dass Vorladungen durch langwierige Berufungsverfahren blockiert werden können. Beispiele wie die Steuerunterlagen Trumps oder Informationen zur Volkszählung belegen, dass Klagen oft erst unter einer nachfolgenden Regierung, wie der von Joe Biden, gelöst wurden.