Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC hat eine umfassende Untersuchung zur Preis- und Lohngestaltung bei zehn großen US-Unternehmen eingeleitet. Im Fokus stehen dabei Walmart, Uber sowie weitere Anbieter wie Target und die Lieferdienste DoorDash, Instacart und Lyft. Auch die Fluggesellschaften Delta, United und JetBlue sind von der Forderung nach Auskünften betroffen, um die Nutzung personenbezogener Daten zu analysieren.
Die Behörde möchte genau prüfen, inwiefern Informationen über den Standort, das Einkommen oder den Browserverlauf genutzt werden, um individuelle Preise, Löhne und Stellenangebote festzulegen. Ziel ist eine Studie, die als Grundlage für Aufsichtsbehörden und den Gesetzgeber dienen soll. Dieser Vorstoß erfolgt strategisch kurz vor den anstehenden US-Kongresswahlen, bei denen die steigenden Lebenshaltungskosten ein zentrales Thema für die Wähler darstellen.
Hintergrund der Untersuchung ist die Sorge, dass algorithmische Preisfindung und Künstliche Intelligenz genutzt werden, um von jedem Kunden den maximal möglichen Preis zu verlangen. Da diese Strategien für Außenstehende schwer durchschaubar sind, will die FTC diese Wissenslücke schließen. Während einige US-Bundesstaaten bereits versuchen, solche individualisierten Anpassungen zu verbieten, verteidigt die National Retail Federation datengesteuerte Rabatte als Instrument der Kundenbindung.
FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson betonte, dass personalisierte Preisgestaltungen gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen könnten, sofern die Kunden nicht damit rechnen. Er stellte jedoch klar, dass die Behörde derzeit nicht über die rechtlichen Befugnisse verfügt, um ein generelles Verbot dieser Praktiken zu verhängen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden daher primär zur regulatorischen Orientierung genutzt werden.


